Arbeitsfelder in der HFP

Die heilpädagogische Förderung mit dem Pferd umfasst das Voltigieren und Reiten auf dem Pferd sowie die Bodenarbeit. Jedem Bereich obliegen spezielle Schwerpunkte, so dass man die jeweilige Maßnahme nach dem Förderbedarf und somit nach jeder Person individuell richtet.

Heilpädagogisches Voltigieren

  • Als Einzel- oder Gruppensetting
  • Bewegungsspiele, gezielte Übungen in Anlehnung an den jeweiligen Förderbedarf
  • Förderung der Motorik, zugleich Förderung der kognitiven Fähigkeiten, Koordination, Kraftdosierung
  • Klient erfährt große Sicherheit, da Reitpädagoge die Kontrolle über das Pferd hat
  • Der Fokus liegt mehr auf sich

Heilpädagogisches Reiten

  • in der Halle, eingezäunte Reitbahn, Gelände
  • eher Gruppensetting
  • Förderung der Eigenwirksamkeit, das Pferd selber zu bewegen
  • Selbststeuerung
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Person: wie schnell reite ich, wohin lenke ich das Pferd
  • Feine Abstimmung nötig: Lenken des Pferdes, Treiben
  • größere Ausdauer, hohes Maß an Konzentration, größere Frustrationstoleranz im Vergleich zum Voltigieren
  • Gegenseitiges absprechen mit anderen Gruppenmitgliedern, Rücksichtnahme
  • Erhöhtes Maß an Selbstständigkeit

Bodenarbeit

  • Führen des Pferdes:
    • Bewusstes Erleben von Selbstwirksamkeit, Vertrauen zu sich und dem Pferd wird gestärkt
    • Ich führe, jemand folgt mir
  • Geführtes Pferd:
    • Hingabe und Vertrauen erleben während man geführt wird
  • Langzügelarbeit:
    • Einzelsetting
    • Enge Zusammenarbeit zwischen Teilnehmer und Pädagoge, da Helfer die Bewegung und Richtung des Pferdes übernimmt
  • Arbeit in der Herde:
    • Pferde freilaufend beobachten, Kommunikation untereinander erfahren
    • Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit
    • Transfer auf die eigene Person/ das eigene Verhalten, beispielsweise auf Beziehungsmuster in Familien etc.

Das heilpädagogische Reiten und Voltigieren lässt sich durch seine Zielsetzung vom reinen Reiten/Voltigieren als Sport abgrenzen. Im Vordergrund stehen nicht der Leistungsgedanke sondern erzieherische Werte und der Zugewinn von Fähigkeiten.

Die Angebote finden je nach Einsatz als Einzel- oder Gruppenerfahrung von zwei bis maximal vier Personen statt.

Das Vor- und Nachbereiten des Pferdes ist Bestandteil jeder Einheit.